Dienstag, 1. Mai 2007

Nur dein Licht brennt noch. Nur deins ist noch an. Ein weißer Lampion schaukelt im sanften Wind. Die Balkontür ist eine Spalt geöffnet. Die Dunkelheit liegt zwischen uns. Die Nacht. Die Lichtflecken der Straßenlampen weiß ich leider nicht zu beschreiben, nur soviel: gelb ist es nicht, es ist nicht weiß; sie veranstalten kein unangenehmes Licht unter ihren Kappen, Menschen können sich darunter aufhalten. Dein Lampion aber ist geschützt durch sein weißes Papier. Das ist im fünften Stockwerk. Dort oben und zwischen uns die Nacht und Platz für Gedanken, die sich langsam fortsetzen durch die Dunkelheit und die Straßenlaternen meiden, als kleine Ströme fließen sie hinweg durch die Nacht, durch das Leben, durch die Nacht. Sie schimmern nicht, haben auch im Kopf keine Farbe, sie bewegen sich bedächtig bis sie flüsternd verschwunden sind. Das geschieht im fünten Stock und der Lampion leuchtet noch und dazwischen die Nacht.
Ich aber habe alle meine Lichter ausgemacht, eins nach dem anderen, und mich ins Bett gelegt, das Kissen unter meinem Kopf, doch die Augen nicht geschlossen und schräg über mir liegt ein Fenster und ich sehe durchs Fenster deinen Lampion im Wind.

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